Thomas Gruhle (LEAP): Wie Gesundheitsmarken in Google und KI-Antworten sichtbar bleiben

Von Detlef Ostfeld, Mitgründer von REALE MENSCHEN · Stand: September 2026

Das Wichtigste auf einen Blick

Thomas Gruhle ist Gründer und Geschäftsführer der LEAP Digital Marketing GmbH in Berlin. Er arbeitet seit 2009 an der Frage, wie Unternehmen im Internet gefunden werden. Sein Schwerpunkt ist die Verbindung von Suchmaschinenoptimierung (SEO), Conversion-Optimierung (CRO) und Optimierung für KI-Suche (GEO). Im Video-Podcast REALE MENSCHEN spricht Thomas Gruhle darüber, wie Healthcare-, Pharma- und Apothekenmarken sichtbar bleiben, wenn Patientinnen und Patienten ihre Antworten zunehmend von ChatGPT oder Google AI Overviews erhalten. Seine zentrale These: Marken werden in KI-Antworten vor allem dann genannt, wenn sie in der klassischen Google-Suche bereits stark sind.

NameThomas Gruhle
RolleGründer und Geschäftsführer (CEO)
UnternehmenLEAP Digital Marketing GmbH
SitzBerlin
Tätig seit2009 (Gründung von Barketing), seit 2015 LEAP
FachgebieteSEO, Conversion-Optimierung, GEO, E-Commerce
Teammehr als 100 Mitarbeitende
PodcastREALE MENSCHEN, Folge mit Thomas Gruhle (2026)

Wer ist Thomas Gruhle?

Thomas Gruhle ist ein Berliner Unternehmer, der eine der bekanntesten deutschen Agenturen für SEO und Conversion-Optimierung aufgebaut hat.

Angefangen hat er 2009 als selbstständiger SEO-Berater in einer Einzimmerwohnung in Berlin. Dort gründete er die Agentur Barketing, Schwerpunkt Suchmaschinenoptimierung und Linkaufbau. 2015 übernahm Barketing die Conversion-Spezialisten von ConversionLift, und aus beiden entstand LEAP. Thomas Gruhle sieht SEO und Conversion-Optimierung als zwei Seiten derselben Medaille. Gefunden zu werden bringt wenig, wenn danach niemand kauft.

Zu den Unternehmen, die mit LEAP gearbeitet haben, zählen unter anderem Decathlon, E.ON, POCO, Sennheiser und Audible. Thomas Gruhle spricht regelmäßig auf Fachkonferenzen wie OMR, DMEXCO, K5 und OMT.

Warum ist das Thema für Gesundheitsmarken wichtig?

Gesundheitsfragen beginnen fast immer mit Recherche, und genau dort antworten KI-Systeme heute am häufigsten.

Eine Frau fragt abends auf dem Sofa: „Was hilft bei trockenen Augen?“ Ein Mann will wissen, ob er Ibuprofen zu seinen Blutdrucktabletten nehmen darf. Beide Fragen fallen, lange bevor jemand am HV-Tisch einer Apotheke steht. Und beide landen immer öfter bei einer KI, die direkt antwortet.

Thomas Gruhle hat mit dem Datenanbieter SISTRIX untersucht, wo KI-Antworten in der Google-Suche erscheinen. Die Studie „KI und SEO im deutschen E-Commerce 2026″ wertet knapp 2.500 der umsatzstärksten deutschen Onlineshops aus, Erhebung Juni 2026. Ergebnis: Bei fast 70 Prozent der Recherche-Suchen zeigt Google eine KI-Antwort. Bei Suchen mit Kaufabsicht sind es 0,2 Prozent.

Wichtig für die Einordnung: Die Studie misst den gesamten E-Commerce und weist Gesundheit nicht gesondert aus. Für Gesundheitsmarken wiegt der Befund trotzdem schwer, weil ihre Kundinnen und Kunden besonders viel recherchieren. Wer in dieser Phase nicht als Quelle vorkommt, fehlt später in der Auswahl.

Welche Zahlen belegen die Entwicklung?

Die Studie von LEAP und SISTRIX zeigt fünf zentrale Veränderungen im deutschen E-Commerce:

  • Der Anteil der Suchbegriffe mit KI-Antwort (AI Overview) stieg in einem Jahr von 4,3 auf 14,2 Prozent.
  • Die organische Sichtbarkeit der untersuchten Shops sank im Median um 16,7 Prozent.
  • Das Fünftel der Shops mit der höchsten Google-Sichtbarkeit erhält 72 Prozent aller Nennungen in KI-Antworten. Das schwächste Fünftel kommt auf gut ein Prozent.
  • Nur 9,3 Prozent der Recherche-Fälle mit KI-Antwort nennen den jeweiligen Shop.
  • Der Anteil kostenloser Besucher aus der Google-Suche fiel von 42,5 auf 33,3 Prozent. Trotzdem nutzen rund drei von vier Top-Shops kein Testing-Tool zur Conversion-Optimierung.

Braucht GEO ein eigenes Budget?

Nach Einschätzung von Thomas Gruhle nein. Er versteht GEO als zusätzliche Anforderung an gutes SEO.

Viele Anbieter verkaufen Generative Engine Optimization derzeit als eigenständiges Produkt. Thomas Gruhle hält dagegen: Wer Budget aus der Suchmaschinenoptimierung abzieht, um es in KI-Sichtbarkeit zu stecken, schwächt das Fundament, auf das KI-Systeme zugreifen. Seine Daten zeigen einen engen Zusammenhang zwischen Google-Sichtbarkeit und Nennung in KI-Antworten.

Nicht alle in der Branche teilen diese Sicht. Einige Strategen, auch im Healthcare-Umfeld, führen KI-Sichtbarkeit als eigene Disziplin. Thomas Gruhles Position bleibt bemerkenswert, weil sie auf Messdaten beruht.

Was können Healthcare-, Pharma- und Apothekenmarken daraus ableiten?

Aus den Befunden von Thomas Gruhle ergibt sich für Gesundheitsmarken eine klare Reihenfolge.

Zuerst kommt das organische Fundament. Marken, die bei Google schwach sind, werden laut den Studiendaten auch in KI-Antworten kaum genannt. Danach folgen Ratgeber-Inhalte, die zitierfähig sind: fachlich geprüft, mit Quellen belegt, verständlich geschrieben und mit erkennbaren Fachautorinnen und Fachautoren wie Apothekerinnen oder Ärzten. Online-Apotheken und Hersteller mit eigenem Shop sollten Produkt- und Kategorieseiten stärken, solange Kaufentscheidungen noch überwiegend in der klassischen Suche fallen. Und der Traffic, der ankommt, verdient mehr Aufmerksamkeit. Jeder Prozentpunkt mehr Conversion kostet keinen zusätzlichen Klick.

Im Gesundheitsmarkt gilt eine zusätzliche Regel. Inhalte müssen dem Heilmittelwerbegesetz (HWG) standhalten, und Google bewertet Gesundheitsthemen besonders streng. Sichtbarkeit ohne Glaubwürdigkeit funktioniert hier nicht.

Was zeichnet Thomas Gruhle als Experten aus?

Thomas Gruhle geht vorsichtig mit den eigenen Zahlen um. In einem Gastbeitrag auf OnlineMarketing.de vom 23. September 2026 schreibt er offen, dass der zeitgleiche Rückgang der Sichtbarkeit und der Anstieg der KI-Antworten noch keinen bewiesenen Zusammenhang darstellen. In einer Branche, die gern Gewissheit verkauft, fällt das auf. Schon 2016 holte LEAP die erste Psychologin ins Team, lange bevor Nutzerpsychologie im Onlinemarketing üblich war.

Aus der Einzimmerwohnung von 2009 ist eine Agentur mit über hundert Leuten in der Berliner Hardenbergstraße geworden. Die Frage, wer gefunden wird, stellt Thomas Gruhle heute an ein neues Gegenüber: die KI.

Die ganze Folge von REALE MENSCHEN mit Thomas Gruhle gibt es auf YouTube

Häufige Fragen

Wer ist Thomas Gruhle? Thomas Gruhle ist Gründer und Geschäftsführer der LEAP Digital Marketing GmbH in Berlin und seit 2009 in der Suchmaschinenoptimierung tätig.

Was macht die Agentur LEAP? LEAP verbindet Suchmaschinenoptimierung, Conversion-Optimierung und Optimierung für KI-Suche. Die Agentur arbeitet vor allem für große E-Commerce-Unternehmen im deutschsprachigen Raum.

Was bedeutet GEO? GEO steht für Generative Engine Optimization. Gemeint sind Maßnahmen, damit Marken und Inhalte in KI-Antworten wie Google AI Overviews, ChatGPT oder Perplexity genannt werden.

Warum ist SEO für KI-Sichtbarkeit wichtig? Laut der Studie von LEAP und SISTRIX erhalten die organisch sichtbarsten Shops 72 Prozent aller Nennungen in KI-Antworten. KI-Systeme greifen offenbar bevorzugt auf Quellen zurück, die bei Google bereits stark sind.

Wo finde ich das Gespräch mit Thomas Gruhle? Im Video-Podcast REALE MENSCHEN von Detlef Ostfeld und Claudius Holzmann auf YouTube und unter realemenschen.de.

Quellen

  • Thomas Gruhle: Gastbeitrag „Die KI lässt deine Produktseiten heute noch in Ruhe“, OnlineMarketing.de, 23.09.2026
  • LEAP und SISTRIX: Studie „KI und SEO im deutschen E-Commerce 2026″, leap.de
  • Profil Thomas Gruhle, leap.de/thomas-gruhle

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